Kataloge

Eva Koethen, Xiao Xiao:
Das Werk – der Weg
Eine interkulturelle Begegnung zwischen Künstlerin und Kuratorin

Der Bildband »Das Werk – der Weg« ist die Dokumentation einer Ausstellung der Künstlerin Eva Koethen, die als retrospektive Schau von Juni bis August 2022 in der Japanisch-Deutschen Kulturwerkstatt Tenri in Köln gezeigt wurde.

Barton Verlag, Velbrück GmbH Bücher & Medien, 2023, 100 Seiten

Link: „Barton Verlag: Das Werk – der Weg“

Eva Koethen: „Das Kreisen im Quadrat der Kunst ist keine Quadratur des Kreises“, Material und Figuration – Reflexionen und Ausstellungen
mit Beiträgen von Antje Kapust, Johannes V. Knecht, Reinhard Knodt, Mark Minnes, Bertram Schmitz, Marcella Tarozzi, Yanni Zhao und einem Nachwort von Bernhard Waldenfels

Verlag: der blaue reiter, Verlag für Philosophie, 2018, 144 Seiten

Link: „der blaue reiter, Verlag für Philosophie“

Eva Koethen: „Fotografische Räume“, Gestaltung neuer Wahrnehmungsräume durch Zeichen kultureller Vielfalt
Ausstellung und Vortrag 2013 – 2014, New York – Berlin – X’ian
Verlag: der blaue reiter, Verlag für Philosophie, 2016, 96 Seiten

Link: „der blaue reiter, Verlag für Philosophie“

Eva Koethen: „Tritt-Bilder“, Aktionen und Ausstellungen 1998 – 2005,
Berlin – Tokyo 2005, 49 Seiten (noch erhältlich)

Download: „Tritt-Bilder“ (PDF-Datei, 3.1 MB)

Eva Koethen: „Bild-Räume“ mit Text-Stücken 1993 – 96,
Berlin 1997, 48 Seiten (noch erhältlich)

Download: „Bild-Räume“ (PDF-Datei, 3.5 MB)

Eva Koethen: „Denn nur im Übergang ist es zu finden …“, Bilder und Texte aus den Jahren 1985 – 91,
Berlin 1992, 51 Seiten, ISBN 3-89462-014-5 (vergriffen)

Download: „Denn nur im Übergang ist es zu finden …“ (PDF-Datei, 1.4 MB)

Bücher

Eva Koethen (Hrsg./Ed.): „Begegnungen zwischen Kunst, Philosophie und Wissenschaft / Encounters Between Art, Philosophy and Science“ Schriften zur Kulturwissenschaft, Band 114, Verlag Dr. Kovač, Hamburg 2015, 352 Seiten, ISBN 978-3-8300-8049-7

Eva Koethen: „Kunst im Bildungsprozess / Art in the Educational Process / 艺术——在教育的过程中“ Schriften zur Kulturwissenschaft, Band 95, Verlag Dr. Kovač, Hamburg 2013, 156 Seiten, ISBN 978-3-8300-6798-6

Eva Koethen / Bertram Schmitz: „Wirklicher als Wirklichkeiten? Zur Konstituierung von Wirklichkeit in Religion und Kunst„, Ursprünge des Philosophierens, Band 20, Kohlhammer-Verlag, Stuttgart (ISBN: 3170217194, EAN: 9783170217195, Juni 2011)

Eva Koethen: „Annäherungen an Kunst im Bildungsprozess“, dt./engl., edition zebra, 2001

 

Eva Koethen: „Kunstrezeption als problematisierter Bereich der Kunstwissenschaft“, Dissertation, Bochum, 1981

 

Da die während der Ausbildung verfasste Dissertation nicht im Verlag erschien, wurde über die Pflichtexemplare hinaus ein unveränderter Nachdruck erstellt (Restexemplare sind bei der Verfasserin zu erhalten).

 

Innerhalb des umfassenden Problemzusammenhangs, in dem der ‚Umgang mit Kunst’ zu sehen ist, konzentriert sich die Untersuchung auf die Entwicklung des Verhältnisses der relativ jungen Disziplin der Kunstgeschichte zur Rezeptionsfrage. Dabei werden speziell die kunstwissenschaftlichen Ansätze erörtert, in denen die Kunstbetrachtung zum Problem wird, d.h. nicht nur theorieimmanent erscheint, sondern in einer Art von aktuellem Konflikt hervortritt. In dieser Weise ist implizit der Zeitbezug ästhetischer Rezeption angesprochen, rücken diejenigen Kunstwissenschaftler ins Blickfeld, die an einem lebendigen Dialog mit Kunstwerken interessiert sind. Dadurch ergibt sich auch ein Zusammenhang mit der Entwicklung und Wandlung des (modernen) Selbstverständnisses der Kunst, deren ‚Auf- und Annahme’ ihren gesellschaftlichen Stellenwert ausmacht.

Wie unterschiedlich sich die säkulare Erfahrungsdimension der Kunst auffassen lässt, offenbaren die Formierungen einer zunehmend interessierten Öffentlichkeit seit der Renaissance. Im Zuge emanzipatorischen Fortschrittsdenkens beansprucht das wachsende Publikum die neu gewonnenen Formen künstlerischer Vergegenwärtigung als konkrete irdische Verheißung. Durch die daraus folgenden Wechselwirkungen von Autonomisierung und Rezeptivität der Kunst bildet sich an der Schwelle zum 19.Jht. eine eigene Disziplin der Kunstgeschichte heraus, während sich gesamtgesellschaftlich ein vermehrt bildungsbürgerlich-ökonomischer Umgang mit Kunstwerken etabliert. Die Entwicklung dieses Spannungsfelds wird einerseits vom progressiven Kunstverständnis der Frühromantik durchbrochen, andererseits von der zugleich methodenoffenen und wertkonservativen Kulturkritik Jakob Burckhardts – beides Positionen, die sich einer inzwischen nicht mehr emanzipatorischen Funktionalisierung der Kunst aus jeweils ihrer Zeit und Sichtweise widersetzen!

Dass diese Versuche nicht in Einklang mit der Kunstentwicklung selbst kommen, liegt im ersten Falle daran, dass die Romantik nicht zur spezifischen Werkhaftigkeit bildender Kunst vordringen kann, Burckhardt wiederum in seiner bedeutungsgebenden Anschauung befangen bleibt. So gewinnt eine vom lebendig sich wandelnden Kunstgeschehen abgekoppelte Funktionalisierung die Oberhand und gelangt in einen krassen Gegensatz zum Selbstverständnis der Kunst. Indem diese ihre veränderte Position in der modernen Gesellschaft zu reflektieren beginnt, und, wie Hegel das sehr deutlich zum Ausdruck bringt, keine wirklichkeitskonstituierende Bestimmung in ihrer Zeit mehr inne hat, verweigert sie sich kunstwidrigen Bedürfnissen. Indem der Kunstgegenstand nicht mehr selbstverständlich als Ausdruck der Wirklichkeit zu betrachten ist, sondern sich als Phänomen künstlerischer Entgegnung zu erkennen gibt, muss auch die kunstgeschichtliche Beschäftigung mit dem ‚(Forschungs-)Objekt ‘sich verändern: Der ‚neue‘ Bezug zur Wirklichkeit, den die Bildende Kunst im Sehprozess thematisiert und speziell im Kubismus radikalisiert, bedarf eines adäquaten Ansatzes der Kunstwissenschaft, der Auge und Geist in erkenntniskritischer Weise würdigt.

Wenn damit die geschichtliche Bedeutung der Kunst auch den Umgang mit früheren und fernliegenden Kulturen verändert, wird der moderne Anspruch ‚funktionierender‘ Allgemeingültigkeit, der das bürgerlich-wissenschaftliche Weltbild auszeichnet, überwunden, und erscheint jener umfassende Zusammenhang, in dem das Phänomen Kunst insgesamt zu sehen ist.